Wer groß ist, kennt das. Man stellt sich an der Sicherheitskontrolle an, schiebt Laptop, Jacke und Schuhe in die graue Plastikwanne, geht durch den Scanner – und prompt piept es. Oder leuchtet. Oder blinkt. Immer.
Nicht weil man etwas Verbotenes dabei hätte. Sondern einfach, weil der Scanner mit Körpergröße über 1,90 m anscheinend grundsätzlich auf Kriegsfuß steht. Arme, Beine, Schultern – irgendwas ist immer „außerhalb des erwarteten Bereichs“.
Die Maschine ist halt für Durchschnittsmenschen gebaut.
Handabfertigung – klingt lästig, ist es aber nicht
Was folgt, ist die sogenannte Handabfertigung. Ein Sicherheitsmitarbeiter kommt, erklärt kurz den Ablauf, und dann geht das eigentliche Abtasten los. Arme ausbreiten. Kurz warten. Fertig.
Was dabei auffällt: Fast jedes Mal entspinnt sich ein kleines Gespräch. „Wie groß sind Sie denn?“ – „2,02 m.“ – „Respekt. Und? Immer Probleme mit dem Scanner?“ – „Immer.“
Dann lachen beide. Und das war’s auch schon.
Der unerwartete Vorteil
Klingt absurd, aber die Handabfertigung hat einen echten Vorteil: Man kommt mit Menschen ins Gespräch. Kurze, echte, unkomplizierte Begegnungen. Ein Sicherheitsmann in Frankfurt erzählte, dass er selbst 1,95 m groß ist und deshalb immer Verständnis hat. Eine Kollegin in Rom war neugierig, ob sich das Leben mit so viel Körpergröße wirklich so anders anfühlt.
Tut es. Aber das ist eine andere Geschichte.
Fazit
Ja, der Scanner scheitert verlässlich. Ja, es kostet jedes Mal ein paar Minuten extra. Aber wer groß ist und regelmäßig fliegt, weiß: Die Sicherheitskontrolle ist meistens der freundlichste Moment des ganzen Flughafenbesuchs.
Die Maschine mag uns nicht – die Menschen schon.