Ein Foto als Auslöser
Der Fall des jungen Fußballers Lamine Yamal vom FC Barcelona hat viel Aufsehen erregt. Doch abseits der Schlagzeilen um seine sportliche Leistung rückt ein tiefer liegendes Problem in den Fokus: die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Körpergröße.
Die Bildzeitung titelte mit einem Foto, das Yamals Größenunterschied zu anderen Spielern betont — und heizte damit eine Debatte an, die in Deutschland kaum als Debatte wahrgenommen wird. Denn was in anderen Ländern wie Spanien als Verstoß gegen Antidiskriminierungsgesetze gelten würde, ist hierzulande schlicht legal. Klein- und Großwuchs sind nicht explizit im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) aufgeführt.
Die Gesetzeslücke
Das AGG schützt vor Benachteiligung wegen Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Körpergröße taucht nicht auf. Das bedeutet: Die Zurschaustellung oder Bloßstellung von Menschen aufgrund ihrer Größe — im Boulevardjournalismus, im Berufsalltag, im öffentlichen Raum — hat in Deutschland keine rechtlichen Konsequenzen.
Alltägliche Diskriminierung ohne Handhabe
Die Auswirkungen spüren Betroffene täglich. Ein Arbeitgeber, der jemanden wegen seiner ethnischen Herkunft ablehnt, begeht eine klar sanktionierbare Diskriminierung. Wer dieselbe Entscheidung wegen der Körpergröße trifft, bewegt sich im rechtsfreien Raum.