Es ist ein kleiner, aber bedeutsamer Schritt: Größendiskriminierung hat seit Kurzem einen eigenen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia. Unter dem Lemma Größendiskriminierung ist das Thema nun dauerhaft im größten freien Wissensarchiv der Welt verankert – und heightism.de ist als Weblink direkt im Artikel genannt.
Was im Wikipedia-Artikel steht
Der Artikel erklärt Größendiskriminierung als Benachteiligung oder Bevorzugung von Personen aufgrund ihrer Körpergröße. Er nennt den Begriff Heightism, der 1971 vom US-amerikanischen Soziologen Saul Feldman geprägt wurde – und belegt mit Studien, was viele Betroffene längst wissen:
- Mit jedem Zentimeter mehr Körpergröße steigt das Einkommen im Schnitt um etwa 1,8 Prozent (height premium).
- Weniger als drei Prozent der CEOs großer Unternehmen sind kleiner als 1,70 m.
- Größere Menschen werden häufiger als kompetenter und führungsstärker eingeschätzt.
- Das DIW hat diesen Effekt auch für Deutschland bestätigt – allerdings nur für Männer.
Gleichzeitig hält der Artikel fest, was rechtlich fehlt: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Körpergröße nicht. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kann beraten – gesetzlich eingreifen kann sie nicht.
Warum das wichtig ist
Wikipedia ist kein Nischenmedium. Wer nach Größendiskriminierung sucht, landet dort. Journalisten, Schüler, Wissenschaftler, Politiker – sie alle nutzen Wikipedia als erste Orientierung. Dass das Thema dort jetzt sauber dargestellt ist, mit Belegen, mit Kontext, mit Verweis auf diese Seite, ist ein Zeichen: Größendiskriminierung ist kein Randthema mehr.
Es ist ein Thema, das in Enzyklopädien gehört.
Was als nächstes fehlt
Der Wikipedia-Artikel ist ein Anfang. Was weiter fehlt: gesetzlicher Schutz in Deutschland. Michigan verbietet Größendiskriminierung seit Jahrzehnten per Gesetz. In Deutschland ist Körpergröße im AGG bis heute nicht genannt.
Das muss sich ändern. Und Seiten wie diese, und jetzt auch Wikipedia, sind Teil des Weges dorthin.