Körperscanner am Flughafen: Wenn man einfach zu viel Mensch ist

Wer regelmäßig fliegt, kennt das Ritual: Schuhe aus, Laptop raus, Gürtel ab – und dann durch den Körperscanner. Für die meisten Reisenden ist das eine Sache von Sekunden. Für sehr große Menschen kann daraus ein etwas längeres, dafür aber durchaus persönlicheres Erlebnis werden.

Für wen ist der Scanner eigentlich gedacht?

Die an europäischen und nordamerikanischen Flughäfen eingesetzten Ganzkörperscanner sind in der Regel für Körpergrößen zwischen 100 und 210 Zentimetern ausgelegt. Das klingt nach einem großzügigen Spielraum – und für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist er das auch. Doch wer diese Obergrenze überschreitet, passt schlicht nicht mehr in das Messfeld des Geräts.

Die Folge: Der Scanner kann keine verwertbaren Daten liefern, weil Kopf oder Schultern außerhalb des erfassten Bereichs liegen. Eine automatisierte Kontrolle ist damit nicht möglich.

Was dann passiert

Wer zu groß für den Scanner ist, wird – höflich, aber bestimmt – zur manuellen Kontrolle gebeten. Ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals übernimmt die Überprüfung per Hand. Das ist völlig regelkonform, entspricht den Sicherheitsstandards und ist letztlich genauso gründlich wie der Scanner.

Der einzige Unterschied: Es dauert etwas länger. Während die anderen Passagiere bereits ihre Schuhe wieder anziehen, steht man noch beim freundlichen Gespräch mit dem Sicherheitspersonal. Man könnte es auch so sehen: großgewachsene Menschen bekommen am Flughafen einfach etwas mehr persönliche Aufmerksamkeit.

Ein Nachteil? Kommt drauf an.

Natürlich ist es kein Diskriminierungsskandal, wenn ein technisches Gerät eine Größenobergrenze hat. Aber es ist ein schönes Beispiel dafür, wie Infrastruktur stillschweigend auf eine bestimmte Normgröße ausgelegt wird – und wie Menschen außerhalb dieser Norm damit umgehen müssen.

Sehr große Menschen sind es gewohnt. Das Flugzeug fängt ja bereits beim Sitzplatz an.

Wer also das nächste Mal beim Sicherheitscheck etwas länger braucht als die anderen: einfach entspannt bleiben, nett lächeln – und das Gespräch mit dem Personal genießen. Es könnte schlechter sein.


Hast du eigene Erfahrungen mit Körperscannern am Flughafen gemacht? Schreib es in die Kommentare.