Kino aus einer anderen Zeit: Das DEFA 70 in Babelsberg

Neulich war ich im DEFA 70 in Babelsberg – einem Kino, das noch aus DDR-Zeiten stammt. Und was mich wirklich überrascht hat: die Sitzabstände.

In einer Zeit, in der Kinos immer mehr Reihen auf immer weniger Fläche quetschen, wirkt der DEFA-70-Saal geradezu fürstlich. Zwischen den Reihen ist echte Luft. Man sitzt nicht auf dem Schoß des Vordermanns. Man kann die Beine ausstrecken. Man kommt rein und raus, ohne eine ganze Reihe zum Aufstehen zu zwingen.

Das ist kein Zufall – das war Planung. Die DDR hatte beim Bau öffentlicher Einrichtungen offenbar Maßstäbe, die sich an tatsächlichen menschlichen Körpern orientierten. Nicht am Minimalraum, den ein Mensch theoretisch einnehmen kann, wenn er sich fest genug zusammenkauert.

Für großgewachsene Menschen ist so ein Kinobesuch heute oft eine Geduldsprobe – enge Reihen, Knie gegen die Rückenlehne, kein Platz zum Atmen. Im DEFA 70 war das anders. Und das hat sich gut angefühlt.

Manchmal lohnt sich der Blick zurück.

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